Historie
Wo die Unterstützung älterer und kranker Menschen seit jeher im Mittelpunkt steht: Heiliggeistspital Freising
Historie
Wo die Unterstützung älterer und kranker Menschen seit jeher im Mittelpunkt steht: Heiliggeistspital Freising
Ein Licht in dunklen Zeiten
Es sind Zeiten der Angst und des Verlusts. Der Schwarze Tod zieht durch das Land, auch im Fürstbistum Freising leiden und sterben unzählige Menschen. Krankheit, Armut und Einsamkeit bestimmen den Alltag – Trost und Hilfe sind rar, besonders für jene, die am Rand der Gesellschaft stehen.
Inmitten dieser Not ist es ein Einzelner, der nicht wegschaut. Konrad Gaymann, Magister der freien Künste und Domherr am Freisinger Bischofssitz, lässt sich vom Leid der Armen bewegen. Ihn berühren die großen Schmerzen und die Not jener Menschen, die in Freising weder Pflege noch Beistand finden – weder im Leben noch im Sterben.
1374 fasst Konrad Gaymann einen folgenreichen Entschluss: Sein gesamtes Vermögen soll dafür verwendet werden, eine Behausung für arme, bedürftige und kranke Menschen zu errichten. Zwei Jahre später wird diese Idee Wirklichkeit. Im Jahr 1376 entsteht aus seiner Stiftung das Heiliggeistspital – im selben Jahr, in dem Konrad Gaymann stirbt.
Die offizielle Stiftungsurkunde wird erst später ausgefertigt, doch das Gründungsjahr steht fest. Seit 1376 wirkt das Heiliggeistspital im Sinne seines Stifters weiter. Seit 650 Jahren bietet es alten und kranken Menschen Schutz, Würde und Gemeinschaft – und ist damit bis heute ein lebendiges Zeugnis gelebter Nächstenliebe und das soziale Herz Freisings.
650 Jahre Geschichte, die es wert sind, erzählt zu werden.
Historie
Wo die Unterstützung älterer und kranker Menschen seit jeher im Mittelpunkt steht: Heiliggeistspital Freising
1376 | Gründung
Bereits seit 1376 – als die Heiliggeistspital-Stiftung Freising durch das Vermögen des Domherrn Konrad Gaymann gegründet wurde – steht die Unterstützung älterer und kranker Menschen im Mittelpunkt. Diese jahrhundertelange Geschichte führen wir heute fort. Dabei verbinden wir Tradition mit Leidenschaft und erprobten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Pflege.
1686 – 1688 | Neubau des Spitalgebäudes und der Heiliggeistkirche
Mithilfe des Vermögens des Domdekans Christian Graf von Königsfeld, der der Stiftung zu Lebzeiten beinahe sein gesamtes Vermögen vermachte, konnten zwischen 1686 und 1688 als Ersatz das heutige Spitalgebäude mit stattlicher Fassade und schönem Innenhof sowie die Kirche in der Heiliggeistgasse errichtet werden. Der Grundstein für den Neubau wurde am 3. Mai 1686 gelegt, bereits 1688 war der Spitalbau vollendet, 1697 folgte die Weihe der Kirche durch Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck.
Ein Blick in die Heiliggeistkirche – ein Glanzstück barocker Architektur.
1950er – 1980er | Schritt für Schritt in die Gegenwart
Ein weiterer großer Schritt in der Geschichte der Heiliggeistspital-Stiftung Freising erfolgte zwischen 1967 und 1970 mit dem Neubau des Altenheims an der Düwellstraße im Norden von Freising. Noch im Jahr der Fertigstellung des neuen Gebäudes wurde die bis dahin von der Stiftung betriebene Landwirtschaft aufgegeben, die nach einem Zeitungsbericht 160 Tagwerk Grund umfasste und von fünf männlichen und sechs weiblichen Angestellten in Dauerbeschäftigung bewirtschaftet wurde. Nach der Aufgabe der Landwirtschaft wurden die zugehörigen Ökonomiegebäude abgerissen.
1996 – 2026 | Entwicklungen & aktuelle Maßnahmen
Auch 650 Jahre nach ihrer Gründung steht bei der Heiliggeistspital-Stiftung Freising die Unterstützung und Pflege älterer und kranker Menschen im Mittelpunkt. Seit 1996 ist sie eine Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Freising. Tief verwurzelt in ihrer Geschichte und zugleich an modernen pflegerischen Standards orientiert, verbindet sie Tradition mit zeitgemäßer Betreuung.
Die Stiftung bietet ein breites Spektrum an Angeboten: stationäre Pflege inklusive Kurzzeitpflege, betreutes Wohnen, ambulante Pflege sowie einen mobilen Menüservice. Insgesamt stehen mehrere hundert Pflege- und Wohnplätze zur Verfügung – darunter auch ein beschützender Wohnbereich für Menschen mit Demenz.
An zwei Standorten in Freising schaffen die Häuser ein Umfeld, das Sicherheit, Gemeinschaft und Lebensqualität fördert. Helle Wohnbereiche, barrierefreie Ausstattung, Therapieangebote, Gärten und Treffpunkte gehören ebenso dazu wie die Möglichkeit, persönliche Möbel mitzubringen. Ziel ist es, ein Zuhause zu bieten, das Individualität respektiert und Selbstbestimmung ermöglicht.
Der Anspruch der Stiftung ist dabei klar: so viel Normalität wie möglich und so viel Unterstützung wie nötig – mitten im Leben, auch im Alter.
Ausblick in die Zukunft
Die Heiliggeistspital-Stiftung Freising verbindet ihre lange Tradition mit einem klaren Blick in die Zukunft. Die wachsenden Anforderungen in der Pflege versteht sie nicht als Belastung, sondern als Auftrag, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung und Förderung des pflegerischen Nachwuchses.
Mit großem Engagement investiert die Stiftung in eine qualifizierte und praxisnahe Ausbildung. Die Zentrale Praxisanleitung begleitet angehende Pflegekräfte intensiv und sorgt dafür, dass sie fachlich wie menschlich bestmöglich auf ihren Beruf vorbereitet werden. So entsteht ein starkes Fundament für eine Pflege, die auch künftig den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Mit dieser Haltung, viel Leidenschaft und dem festen Willen zur Weiterentwicklung sieht sich die Heiliggeistspital-Stiftung Freising für die Zukunft sehr gut aufgestellt.
Aus Vergangenheit wird Gegenwart
650 Jahre Heiliggeistspital-Stiftung Freising in bewegten Bildern
Die Chronik – 650 Jahre, auf die zurückzublicken sich lohnt
Einen detailierteren Überblick über die letzten 650 Jahre (1376 – 2026) finden Sie in unserer Chronik. Diese können Sie unter folgender E-Mailadresse bestellen: vorstand@heiliggeistspital-freising.de







